Jubilaeumsveranstaltung 55 Jahre Hauptausschuss

Der Hauptausschuss Groß-Mülheimer-Karneval besteht 55 Jahre!

Im Jahr 1937 gründet sich in der Düsseldorfer Straße 41 in Saarn im Hause Ernst Rosendahl die 1. Große Mülheimer Karnevalsgesellschaft, der im Jahre 1947 die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiss KF folgt. 1950 entsteht dann die KG Knattsch – geck, der 1955 die KG Mölm bovenaan folgt. Als sich am 1.07.1957 der Elferrat der Bundeshirnverletzten, Kriegs- und Arbeitsopfer e.V. der Kreisgruppe Mülheim trifft, gründet sich die KG Mölmsche Houltköpp. Damals ahnt noch niemand, daß diese fünf Karnevalsgesellschaften im selben Jahr am 12.12.1957 unter dem Vorsitz von Karl Löber und dem Präsidenten Hans Wolfgarten, nunmehr vor 55 Jahren und nach immer größerem Erfolg in der Mülheimer Bevölkerung, sich zusammen setzen und den Hauptausschuss Groß-Mülheimer-Karneval gründen. Fortan soll der Rosenmontag von allen Karnevalisten gemeinsam getragen und veranstaltet werden. Es gibt dann keine Beteiligungen an den Rosenmontagszügen der Nachbarstädte mehr, da Mülheim von nun an Dank des HA, wie der Hauptausschuss in abgekürzter Form genannt  wird, eigene Rosenmontagszüge veranstaltet.
Dieser HA kümmert sich seit 1958 um die auch Ernennung des jeweiligen Karnevalsprinzen. Ja, in der ersten vermerkten Session 1958 / 1959 gibt es in Mülheim den ersten Karnevalsprinzen, Erich Ibing, dem sechs Prinzen bis zur Session 1965 / 1966 folgen und dann in der Session 1967 / 1968 steht das erste Mülheimer Prinzenpaar, welches auch im Leben ein Ehepaar ist,
Willi und Elke  Elsbrock, als seine Tollität Willi I. und Ihre Lieblichkeit Elke I. auf der Bühne und im Rosenmontagszug. Der HA kümmert sich dabei um die Proklamationsveranstaltung, im Laufe der Zeit dann auch um die Eroberung des Stadtschlüssels und dessen Rückgabe vor Aschermittwoch.

Hinzu kommen noch weitere Veranstaltungen, die zu einem späteren Zeitpunkt noch betrachtet werden. Nach und nach schließen sich die sich gründenden weiteren Karnevalsgesellschaften dem HA an:
1958 die Röhrengarde Silber-Blau und die Roten Funken, die sich später in die Prinzengarde Rote Funken umbenennen.
1959 entsteht die KG Rot-Weiß, der heutige Mülheimer Carnevals Club Rot – Weiß, kurz der MCC.
1972 verabschieden sich einige Blau-Weiße- Mitglieder und gründen den Mülheimer Karnevalsverein, kurz den MKV.
1976 findet sich die Ruhrgarde, der 1982 die Narrenelf und 1985 der Ruhrmusikzug Schwarz – Weiß folgen. Die zwei zuletzt Genannten existieren heute nicht mehr.
1992 bildet sich die KG Stadtwache, der 2001 die Karnevalsgesellschaft Düse folgt.

Der Prinzensenat 1978 e. V., der bis zum Jahre 2002 als eine Unterabteilung des HA geführt wird, entsteht 2003 als eigenständiger Verein und bildet somit die dreizehnte Mülheimer Karnevalsgesellschaft. Dieser Zusammenschluss aller Vereine bildet heute den Hauptausschuss Groß-Mülheimer-Karneval 1957 e. V. Nicht nur die Prinzenpaare werden von allen 13 Gesellschaften und dem HA jedes Jahr gewählt, nein, auch in der Session 1957 / 1958 der 1. Kinderprinz, hier Rüdiger I., Rüdiger Schmitz von der 1. Gr. Mü-Ka-Ge, und nachfolgend ab der Session 1968/1969 die Kinderprinzenpaare. Aus der Presse erfahren wir, daß es im Jahr 1960 vom HA bereits den Sturm auf das  Rathaus gibt, der ab der Session 1996/1997 von den Mülheimer Möhnen für den HA durchgeführt wird. Dreimal findet der Rosenmontagszug nicht statt. In der Session 1961 / 1962 wegen der Katastrophen in Völklingen und Hamburg, in der Session1989 / 1990 wegen des aufgekommenen Sturms und in der folgenden Session wegen des Golfkrieges. Zur Finanzierung des Rosenmontagszuges werden seit dem 12.01.1978 Tombolas durchgeführt, die zusammen mit dem in der Zwischenzeit immer stärker werdenden Stamm der Förderer es ermöglicht, nach nur zehn Jahren Dauer den Mülheimer Karnevalisten eine endgültige Bleibe zu schaffen. So entsteht  ab dem 7.05.2010 die neue  Wagenbauhalle neben der angemieteten alten Halle an der Hafenstraße, Ecke Ruhrorter  Str. Auch wenn die Presse am 7.01.1960 berichtet, daß die Stadthalle für alle unterhaltende Veranstaltungen gesperrt ist, so ist es dem HA und seinen Gesellschaften noch immer gelungen, große Veranstaltungen wie die Verleihung des „Mölmschen Narren“ (erster Preisträger dieser Auszeichnung an Nicht-Karnevalisten war
Oberstadtdirektor Heinz Heiderhoff) oder die höchste Auszeichnung an eine(n) Mülheimer Karnevaliste(i)n, dem „Ritter des Schiefen Turm“, (erster Empfänger ist hier in der Session 1974 / 1975 Karl Löber) im jeweils festlichen Rahmen im Schloss Broich oder dem ehemaligen Marmorsaal der Stadthalle, dem heutigen Caruso, durchzuführen. Nachdem der große Saal im Hotel Handelshof
nicht mehr für Karnevalsveranstaltungen genutzt werden kann, veranstaltet der HA wieder Feierlichkeiten in der Stadthalle wie Prinzenproklamation und Prinzenball mit  der Überreichung der „Spitzen Feder“, eine Auszeichnung, deren erster Empfänger in der Session 1984 / 1985 der  Chefredakteur der NRZ, Jens Feddersen ist. Als die Prinzengarde Rote Funken in der Stadthalle eine
Karnevalsveranstaltung für „ältere Mitbürger“, wie es in einer Pressemitteilung der Ruhr Nachrichten vom 16.01.1970 heißt, zusammen mit der Stadtverwaltung durchführt, ahnt noch niemand, daß sich die heutige Seniorensitzung  „Lachenden Herzen“ zu einem Dauerbrenner entwickeln wird, die alljährlich weit im Voraus ausverkauft ist. Das hier und heute nicht alle Namen und Ämter der vergangenen Präsidenten, Vorsitzenden, Schatzmeister, Geschäfts- und Schriftführer sowie Senatspräsidenten aufgelistet sind, hat allein den Grund, daß diese in entsprechenden Tabellen an anderer Stelle nachzulesen sind. Heute ist Heiner Jansen seit nunmehr 11 Jahren Vorsitzender des HA und dessen Präsident.
Sein Bruder, Hans Klingels, ist seitdem der Geschäftsführer. Alle 13 Karnevalsgesellschaften haben es in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptausschuss geschafft, das  Brauchtum Karneval in Mülheim in der heutige Form zu etablieren. Wie schon zuvor angemerkt, war nicht immer ein Domizil der Karnevalisten vorhanden. Der Wagenbau wanderte vom ehemaligen Speldorfer Straßenbahndepot zu den Mannesmannröhrenwerken, um dann in den Vorläufer des heutigen „Hauses der Vereine“, die Jugendstilhalle, umzuziehen, die dann aber wegen Einsturzgefahr nicht mehr benutzt werden durfte. Dank der guten Kontakte von Heiner Jansen und Hans Klingels zur Mülheimer Wirtschaft und den jeweiligen Unternehmen hat es der  HA geschafft, innerhalb von nur 11 Jahren den „Förderkreis Brauchtum Mülheimer Karneval“ im HA zu integrieren und auf eine immer noch steigende Mitgliederzahl stolz sein zu können. Ebenfalls durch die guten Kontakte zur Stadt Mülheim und deren Oberbürgermeisterin, Dagmar Mühlenfeld, ist es dem Mülheimer Karneval gelungen,  in guter Zusammenarbeit mit allen Beteiligten die neue Halle zum 55- jährigen Hauptausschussjubiläum fertigzustellen und einzuweihen. Wer nun glaubt, daß dies schon Alles gewesen ist, das vom HA „gestemmt“ wird, wie der Volksmund sagt, der irrt gewaltig. Nach Anfängen in der Herz-Jesu Kirche in Broich wird seit Jahren eine Festmesse der Karnevalisten in „St,.Maria Rosenkranz“ in Styrum zusammen mit dem aus Köln stammenden Pastor Norbert Dudeck gefeiert, die bisher immer „überbesucht“  ist. Zur Kinderprinzenproklamation in den letzten Jahren, stets erfolgreich im „Autohaus Extra“ durchgeführt, kommt der Kinderprinzenempfang sowie das seit Jahrzehnten im Forum Mülheim durchgeführte Kinderkarnevalsfest. Zu weiteren Empfängen lädt der HA zusammen mit dem jeweiligen Prinzenpaar ein. Den Sponsoren des Mülheimer Karnevals wird in der „Residenz Uhlenhorst“ gedankt und das Mülheimer Prinzenpaar lädt seit Jahrzehnten traditionell zum Prinzenempfang die mölmschen Gesellschaften in die Hauptstelle der Sparkasse ein. Wer die Mülheimer Innenstadt kennt, dem fällt sicher auch der Mülheimer Narrenbaum – einzigartig in Nord-Rhein-Westfalen – auf, den der HA ins Leben gerufen hat und der jährlich von November bis Aschermittwoch mit seinen 14 Emblemen den Mölmschen Karneval und den HA präsentiert. Für die Mülheimer Bevölkerung veranstaltet der HA jeweils am Samstag vor dem Rosenmontag ein großes karnevalistisches Biwak in der Innenstadt, welches ebenso wie das „traditionelle Hoppeditzerwachen“ am 11. 11. eine von den Mülheimer Bürgern gern besuchte Aussenveranstaltung ist.  Auch in der Mülheimer Wirtschaft haben sich mittlerweile „traditionelle Empfänge“ durch die Arbeit des HA ergeben. Die Firma REAL und das Marktzentrum in Styrum laden seit Jahren die Mülheimer Prinzenpaare mit Ihrem Hofstaat und den HA zu Empfängen ein, bei denen sich die Kundschaft über ein kurzes Programm aus den Mülheimer Gesellschaften erfreut.

Ein herzliches „Glück auf“ dem HA zu seinem 55. Jubiläum.

Jürgen Krug
Schriftführer des Prinzensenates 1978 e. V.

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